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MiU fragt nach: Martin Hyun

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MiU: Warum engagieren Sie sich für die Integration in Deutschland? 

Hyun: Weil mir die gemeinsame Zukunft wichtig ist und der demographische Wandel die Vielfalt in unserem Lande mit großer Geschwindigkeit weiter intensiviert. Das Vertrauen in die Politik, dass sie sich für ein neues Miteinander in der Gesellschaft einsetzen erscheint mir halbherzig und mehr als lose Lippenbekenntnisse. Deshalb ist jeder von uns gefragt, seinen Beitrag zu leisten damit wir vorankommen um uns viel wichtigeren Themen zu widmen als um die Integration von „Menschen mit Migrationshintergrund“ im 21. Jahrhundert, wo man eigentlich denkt, dass dieses Thema schon längst durch sein müsste.

MiU: Was sollten andere tun? 

Hyun: Engagieren und von seinem Recht Gebrauch machen zu partizipieren.

MiU: Haben Sie Beispiele was man tun kann? 

Hyun: Historisch-politische Bildungsarbeit erscheint mir überaus wichtig. Bildung ist bekannterweise Ländersache, aber im Geschichtsunterricht gehört nicht nur zum Lehrplan über den Nationalsozialismus zu lernen und die deutsche Wiedervereinigung, sondern auch die „deutsche“  Gastarbeitergeschichte. Wir müssen endlich begreifen, dass die Gastarbeitergeschichte, eine „deutsche“ Geschichte ist, dann kann endlich „zusammenwachsen, was zusammengehört“.

MiU: Wo liegen noch Hürden (konkret)? 

Hyun: Die Integration von qualifizierten Deutschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt speziell in den Führungspositionen erscheint immer noch als einer der größten Hürden. Die Fakten sind uns seit den OECD Studien bekannt. Bei gleicher Eignung, Befähigung und Leistung werden Deutsche mit Migrationshintergrund benachteiligt.  


MiU:
Was sollte der Staat (Europa, Bundesregierung, Länder, Kommunen) tun? 

Hyun: Wir können von der Frauenbewegung lernen. Durch Reden und guten Absichtserklärungen aus der Wirtschaft und Politik sind Frauen immer noch nicht adäquat in Führungspositionen repräsentiert. Bei den Deutschen mit Migrationshintergrund wird es nicht anders sein. Deshalb brauchen wir eine harte Quote um den qualifizierten Deutschen mit Migrationshintergrund den ersten Schritt in die Berufswelt zu verhelfen. Durch gute Absichtserklärungen alleine wird nichts passieren.

MiU: Was sollte der Staat nicht tun? 

Hyun: Den Menschen die Quotenregelung als keine Alternative zu verkaufen

MiU: Kannst du dir vorstellen wie Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte in 10 Jahren zusammenleben?

Hyun: In 10 Jahren hoffe ich, dass wir mit diesem Thema um ein weiteres vorangekommen sind.

MiU: Mein eigener Weg zur Integration und Erlebnisse und Erfahrungen auf diesem.

Hyun: Ich bin Sohn koreanischer Gastarbeiter und zu allem Übel noch Bildungsausländer. Erlebnisse und Erfahrungen füllen ganze Bücher!

pdf Martin_Hyun.pdf

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